Sonntag, 3. Januar 2016

Sichtbarkeit von Trans* in der Stadt/ der Gesellschaft

Hallo ihr Lieben <3

Heute beantworte ich zwei Fragen zur Sichtbarkeit von Trans* in der Stadt und generell in der Gesellschaft:


1) Wie schätzt du die Sichtbarkeit von Trans*-Menschen und ihrer Belange in der Stadt/den Städten, in denen du aktiv bist, ein? (In „queeren“ Szenen, im Alltag, in Medien und überhaupt)
Wie auch in den Medien (nett dazu ist auch: https://www.youtube.com/watch?v=Y37ZtwO3zBc&nohtml5=False) ist die Repräsentation von Trans*personen und ihren Belangen in Städten gering. Die allgemein praktizierte und normierte Zweigeschlechtlichkeit hält viele Trans*personen zu Hause, da ein Austreten aus dem Safespace „Wohnung“ alltägliche Diskriminierung bedeutet. Anstarren, unangenehme Fragen von Unbekannten gestellt bekommen, körperliche Gewalt erfahren, Benachteiligung bei der Jobsuche, rechtliche Benachteiligung und Diskriminierung sind nur einige der Dinge, welche die alltägliche Lebenssituation von Trans*personen ausmachen. Es ist egal in welcher Stadt sich eine Trans*person bewegt, überall dort wo Menschen in einer Gesellschaft zusammenkommen, in der zweigeschlechtliche Normen manifestiert sind, werden Trans*personen diskriminiert und/oder ausgestoßen. Natürlich gibt es liberalere Städte, in denen weniger rechtspopulistische Gruppierungen bestehen, ob eine Trans*person mehr oder weniger diskriminiert wird hängt aber von mehr Faktoren ab, wie z. B. auch der allgemeinen öffentlichen Präsenz „queerer“ Vereine, Gruppen usw., der kommunalen politischen Situation, der Wohnsituation, dem sozialen Status, von rassistischen Faktoren und vielem mehr.
Auf Grund dieser Situation bleiben Trans*personen aber nicht nur unsichtbar im Alltag, sondern ihre Belange werden auch rechtlich und politisch selten wahrgenommen. Der anstrengende Alltag macht politische Partizipation verständlicherweise schwer, denn diese bedeutet so gut wie immer „sich zeigen“, „sich unangenehmen Fragen zum Trans*-Sein aussetzen“ usw. Der Kampf für Sichtbarkeit wird jedoch nicht nur durch die gesellschaftliche Situation außerhalb queerer Kreise erschwert, sondern findet zu einem großen Teil auch darin statt.
Zu oft ist die „queere Szene“ in Deutschland (also auch in deutschen Städten), besonders was die von ihr ausgehenden Politiken angeht, stark geprägt von weißen, ablebodied, schwulen cismännlichkeiten. In vielen Gremien und vermeidlich „queeren“ Vereinen (Vereine bilden die am häufigsten vorkommende Struktur der Interessenvertretung „queerer“ Politiken) sind sie in der Mehrheit, werden Frauen* und Inter*- und Trans*personen teilweise oder gänzlich ausgeschlossen, ihre Belange heruntergespielt oder ohne jede Kompetenz und ohne jedes Recht darauf vermeidlich vertreten. Der Begriff „queere Szene“ als solches muss deshalb hinterfragt werden, beschreibt das Wort „Szene“ doch eher eine Gemeinschaft. Für Trans*personen bedeutet die „queere Szene“ aber nur zu oft erneuten Ausschluss. Denn die Lebenswelten und Diskriminierungen die Trans*personen ausgesetzt sind basieren zunächst nicht auf sexueller Orientierung (es sei denn die sexuelle Orientierung der Trans*person entspricht nicht der konstruierten Heteronorm, dann liegen ineinander verwobene Diskriminierungsformen vor), sondern auf dem binären Geschlechterkonstrukt, auf dem unsere Gesellschaft fataler Weise fußt. Gerade deshalb können (weiße, ablebodied…) schwule Männer am wenigsten Interessenvertreter für Trans* sein, denn auf Grund ihres Geschlechts sind sie in der Gesellschaft privilegiert, anstatt dass sie deswegen diskriminiert werden. Es nutzt auch nichts die, wegen der exklusiven Organisationsstruktur von vielen „queeren“ Gruppen, Vereinen usw.  gerne eingesetzte, sogenannte „QuotenTrans*person“ als Entscheidungslegitimation! Niemals kann eine Person für eine Masse an Menschen sprechen, niemals darf Trans* als Kollektivsubjekt verwendet werden. Die Identitätenfrage (Was für eine Identität hat eine (Trans*)Person?) kann immer nur im Einzelnen und von der Person selbst erschöpfend beantwortet werden.

2) Falls du etwas dazu sagen kannst/magst: Erkennst du Unterschiede in der Sichtbarkeit von Belangen von Non-Binarys zu anderen nicht-Cis-Leuten?
Binäre Geschlechternormen (vor allem im Rechtssystem und im Alltag) bringen Trans*personen in die Lage, sich einem Geschlecht eindeutig zuordnen zu müssen. Nicht-binäre Trans*personen sind also weder im Rechtssystem (Es gibt keinen 3. Personenstand, nur eine Leerstelle für Inter*personen unmittelbar nach der Geburt, worüber wiederum der_die Ärzt_in die fremdbestimmende Macht hat), noch in den Köpfen der meisten Menschen überhaupt existent. Wenn etwas nicht „gedacht“ werden kann, weil die Vorstellung daran nicht den gängigen Normen folgt und keine Informationen dazu verbreitet werden, dann wird auch nicht (politisch, sozial usw.) „daran gedacht“. So werden nicht_binäre Trans*personen, nutrois, a-gender, zu oft auch Inter*personen und viele mehr, weder in die Stadtplanung noch in politische, Freizeit-, soziale- und kulturelle Aktivitäten mit einbezogen.
Nicht nur werden diese Identitäten nicht mit-bedacht, sie werden so auch mundtot gemacht, sodass sich ihre Situation noch langsamer als die von sich binär identifizierenden Trans*personen, wenn überhaupt zum Besseren verändert. Dies soll keine Kluft zwischen den beiden hier für die Verständlichkeit geschaffenen Kategorien aufreißen, soll im Gegenteil damit gezeigt werden, dass die Zweigeschlechtlichkeit der Feind beider Gruppen ist. Zwingt sie (die Zweigeschlechtlichkeit) die eine Gruppe (nicht-binäre und weitere Identitäten), Rollen anzunehmen, die mit der Identität unvereinbar sind, schafft sie für die andere Gruppe oft Ideale, die Zwänge und weitere Diskriminierung bedeuten (z. B. Alltagstest, Passingdruck usw.). Dass die Besserung der Situation für alle Trans*personen nur stockend voranschreitet zeigen nicht nur Fakten auf Bundesebene, wie, dass im TSG erst seit 2011 geschlechtsangleichende Operationen nicht mehr Voraussetzung für die Namens- und Personenstandsänderung sind. Auch geschlechtergetrennte öffentliche Toiletten, die selbst sich binär identifizierenden Trans*personen ohne oder vor dem Passing Probleme bereiten, ungeschulte Mitarbeitende von Ämtern und anderen städtischen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten usw., die Nennung und Meinung von Frauen ohne Sternchen (*) z. B. bei Frauenzentren, Frauenberatung usw., die Nicht-Nennung von Personen, die ebenfalls fähig sind Kinder zu gebären, ohne Mütter zu sein, bei z. B. Mutter-Kind-Einrichtungen, erschwerte Namensänderungen an Hochschulen, die Nicht-Nennung in Bildungseinrichtungen (im Unterricht, in Seminaren) und und und zeigen die Masse an Diskriminierung, die einzelnen Trans*personen täglich entgegenschlägt.
  • 45% der Trans*personen begehen deswegen Selbstmord
  • Die Erfahrungen können sehr unterschiedlich sein, je nachdem von wie vielen verschiedenen Diskriminierungsformen Trans*personen betroffen sind.
  • Keine cisperson kann verstehen wie es ist, dies täglich zu erleben und hätte deswegen einen Vertretungsanspruch!
  • Trans*personen müssen und können sich (wegen der Erfahrung) oft nur selbst helfen, deswegen ist es so wichtig Peer*Support auszubauen und lokale Trans*Peerberatung zu stärken, sich gegenseitig zu unterstützen und keine Hierarchisierung innerhalb „queerer“ Spaces, aber auch keine innerhalb von „Trans*spaces“ (als leider verallgemeinende Bezeichnung) zu schaffen.
„This world was not set up for queer people, so we have to make everything that we want to see in the world and everything that we need for ourselves […] queer and trans*-identified people are really just artists and inventors and scientists, poets [...] just by nature we create things, because we are trying to create spaces […] in our life[s]. (Jacques LeFemme)”

("Diese Welt ist nicht für queere Menschen gemacht worden, deshalb müssen wir alles, was wir in der Welt sehen wollen und was wir brauchen selbst erschaffen. Sich queer und Trans* identifizierende Personen sind wirklich Künstler*innen und Erfinder*innen und Wissenschaftler*innen, Dichter*innen [...], so als wäre es für uns die natürlichste Sache, kreieren wir Dinge, weil wir versuchen Räume für uns zu schaffen [...] in unseren Leben")

Ganz viel Liebe
Kai*

Sexpositive Queer-feministische Pornos – Ein Einblick in ein emanzipatorisches Filmgenre

Hallo ihr Lieben,

in diesem Eintrag geht es um queer-feministische Pornografie und wie diese die Pornoindustrie und überhaupt den Blickwinkel auf Sex revolutioniert.
Die meisten Pornofilme sind für Cis-Männer gemacht, das merkt mensch sehr schnell. Sie sind oft aggressiv und Männer dominieren darin Frauen. Bei vielen Frauen werden darin besonders ihre Brüste oder allgemein ihr Körper objektiviert, schon alleine weil eine Pornodarstellerin einen bestimmten Körperbau haben muss um überhaupt an einem Film teilnehmen zu können. Wenn eine Person diesem Körperbau nicht entspricht, aber trotzdem in einem Porno mit spielt, dann meistens weil der Porno auf einen bestimmten Fetisch ausgelegt ist, was „nicht-idealähnliche“ Körper zu etwas macht, auf das mesch erst einmal „stehen müsse“. Dadurch wird natürlich Sexismus und Lookismus, aber sehr oft auch Rassismus, Ableismus und und und reproduziert. Die Bilder schreiben damit aber auch in den Köpfen der Menschen die Pornos schauen (und das sind ziemlich viele) eine bestimmte Auffassung davon fest, wie Sex ablaufe, wie er sich anfühle müsse und mit wem mensch ihn habensolle bzw. mit wem nicht. Das ist sehr diskriminierend, vor allem, weil so gut wie niemensch einen Körperbau wie Pornodarsteler_innen hat oder irgendwie eine solche Szene "nachspielen" könnte, die in stundenlanger Arbeit und mit vielen Outtakes und Schnitten produziert wird und deshalb nie ein realistisches Bild zeichnen kann. Damit möchte ich aber nicht sagen, dass Pornodarsteller*innen zu kritisieren seien, denn das kann durchaus ein Beruf sein, der Spaß macht. Ich möchte lieber kritisieren, wie solche Filme aufgebaut sind, welche Bilder darin reproduziert werden. Dabei  ist der dünnste Faden auf dem mensch sich bewegen kann, auf dem allerdings queere Pornos hervorragend zu tanzen gelernt haben, die Linie Zwischen dem fetisch an sich und der Nicht-Reproduktion diskriminierender Bilder.
Queere Pornos versuchen, die Darsteller*innen nicht zu objektivieren. In queeren Pornos sollen alle Menschen Platz haben, die Lust darauf haben, eine Performance als Pornodarsteller*innen hinzulegen um sexpositive Vibes mit ihrem Körper nach außen zu tragen. Das bedeutet, dass viele queere Performer*innen in solchen Filmen auch Aktivist*innen sein können, die in sexpositiver Mission unterwegs sind. Deshalb spielt Feminismus oft eine große Rolle bei der Produktion solcher Filme. Nur selten treten Cis-Männer in queer-feministischen Pornos auf, wahrscheinlich weil sich Cis-Männer selten als queer identifizieren. Auch gibt es deshalb selten Klischee-heterosexuelle Szenen zwischen einer Cis-Frau und einem Cis-Mann. Eine besondere Neuerung, die queere bzw. queer-feministische Pornos mit sich bringen ist, dass oft Trans*personen darin performen. Dabei unterscheidet sich diese Art des Performens ziemlich von der wie Trans*personen in den Mainstream-Pornos dargestellt werden. Für viele queere Pornodarsteller*innen scheint dieses Berufsfeld auch ein Weg zur Emanzipation des eigenen Körpers von Körpernormen zu sein und ein empowerndes Erlebnis. Dabei ist es wichtig zu schauen, dass sich in der Situation, also beim Dreh, alle Personen so wohl wie möglich fühlen und ihre Gedanken und Gefühle zum Ausdruck bringen können, damit eine konsensuale Atmosphäre erzeugt wird. Oft machen queere Pornodarsteller*innen im Porno auch das worauf sie ust haben und nicht das, was ihnen ein Drehbuch vorgibt. Unten habe ich einige Links zu Interviews mit Performer*innen queerer Pornografie aufgeführt, die sich zu schauen lohnen.

Ich schließe diesen Beitrag mit einem Zitat von Jaques Le Femme (queer-porn-performende Person): “I truly believe that gender is a concept and I present myself however I want and have sex with whomever I want.” [„Ich glaube daran, dass Geschlecht ein Konzept ist und ich gebe mich nach außen so wie ich will und habe Sex mit wem ich will.“]


Interviews mit Performer_innen (leider alle auf Englisch):

Ganz viel Liebe
Kai*

Wie funktioniert Packen?

Hallo ihr Lieben,

es ist ziemlich lange her seit ich einen Eintrag verfasst habe, sorry dafür.
Heute schreibe ich über Packer und STPs. Ein Packer verhilft zu einer Beule in der Hose ;). Mit einem STP ist es sogar möglich (nach etwas Übung) im Stehen zu pinkeln. Wenn ihr das Gefühl habt, dass ihr es ausprobieren wollt einen Packer zu tragen, oder ihr euch nicht sicher seit ob ihr das möchtet, versucht es einfach erst einmal in einem geschützten Raum und seht dann weiter. Ein geschützter Raum kann z. B. in eurer Wohnung (bzw. eurem Zimmer), bei Freunden oder sonst wo sein, wo ihr euch wohl fühlt und die Menschen um euch herum für eure Identität sensibel sind. Ein Packer kann, ähnlich wie ein Binder ein Gefühl geben, dass kaum gut beschreibbar ist. Dabei geht es vielleicht auch garnicht darum, sich unbedingt besonders männlich zu fühlen oder fühlen zu wollen, auch wenn das bei Vielen so ist und ich niemals dieses Ziel angreifen möchte! Es geht vor allem darum, sich wohler zu fühlen mit einem Packer, vielleicht das Gefühl zu haben sicherer zu sein und offener mit dem eigenen Körper. Für mich persönlich bedeutet der Packer nicht, dass ich männlicher sein möchte.
Im Folgenden werden Packer, STPs und der Umgang damit vorgestellt. Dabei ist es mir aber wichtig zu betonen, dass jede Person am besten selber überlegen und ausprobieren soll, was sie möchte.

Packer
Es gibt die verschiedensten Packer. Welche mit oder ohne Vorhaut, die mehr oder weniger beweglich sind. Meistens sind sie aus Silikon angefertigt.

Einen Packer selber basteln:
Da die meisten Packer doch sehr teuer sind könnt ihr euch auch einen Packer selber basteln. Entweder verwendet ihr Socken oder ein Kondom, dass vorher mit etwas Watte ausgestopft wurde.

STPs (mit STPs habe ich keine Erfahrung, weswegen ich ein paar Videos dazu angehängt habe, auf Youtube gibt es aber noch mehr, leider meist auf Englisch):

Shops
Transtoy:
Transtoy ist ein Teil des Shops „Sexclusivitäten“ und befindet sich in Berlin. Meiner persönlichen Erfahrung und der einiger Freund_innen nach ist der Shop prima. Da er schon seit 20 Jahren besteht haben die Personen dort viel Erfahrung und können euch super beraten. Wenn ihr die Möglichkeit habt persönlich vorbei zu schauen rate ich das allen (immer Freitags von 12-20 Uhr/ Fürbringerstr. 2 Berlin Kreuzberg). Auch wenn ihr anruft werdet ihr gut beraten. Es ist aber auch möglich etwas über den Onlineshop zu bestellen.

Einen Packer tragen



1)      Ein Packer kann auf verschiedenste Weisen getragen werden. Einerseits kann er mit verschiedensten Gurten getragen werden. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Einige davon sind beispielsweise bei Transtoy erhältlich (http://www.transtoy.de/index.php?cat=c1_gurte.html).
2)      Eine andere Methode sind eingenähte Taschen in Unterwäsche. Diese kann entweder selbst eingenäht werden oder es wird schon Unterwäsche gekauft, in der eine Tasche eingenäht ist. Solche Unterwäsche gibt es beispielsweise auch bei Transtoys. Andrew Christian Show-It Briefs sind dafür meiner Meinung nach besonders geeignet. Hier ein Bilderbeispiel für diese Art einen Packer zu tragen. Dafür wurde der Packer „Mr. Right Junior“ (http://www.transtoy.de/product_info.php?info=p25_Mr--Right-Junior.html) in Kombi mit den Andrew Christian Show-It Briefs verwendet.

                            Andrew Christian Show-It Briefs und Mr. Right Junior-Packer



             Briefs mit Packer






Briefs ohne Packer                                                 
(die eingenähte Tasche ist gut zu erkennen)


                                                                 
                                                                  Briefs ohne Packer


 









  Briefs   mit Packer   
                                                                                                            







3)      Weniger praktisch ist es den Packer direkt in die Hose zu stecken, ohne jegliche Halterung, denn dann kann es ganz schnell mal passieren, dass er durch das Hosenbein runterrutscht…ups ;).

Einen Packer reinigen
Je nach Packer kann die Reinigung unterschiedlich sein, weil die Materialien verschieden sein könnenoder die Packer unterschiedlich belastbar sind. Manche Packer können abgekocht, andere besser mit antibakterieller Seife gewaschen werden. Informiert euch vorher darüber, wie euer spezieller Packer gereinigt werden kann.
Bestegt der Packer aus Silikon, wird er nach der Reinigung in Maisstärke oder Babypuder gewendet, damit er nicht klebt.

Packer und Sex
Auf einer anderen Ebene können Packer, wenn sie ein gutes Gefühl vermitteln helfen, sich der eigenen Sexualität besser nähern zu können. Manche Packer können auch als sogenannte "Fucker" verwendet oder dazu umfunktioniert werden und es ist möglich Sex damit zu haben. Dafür sind auch oben beschriebene Gurte genutzt werden. Ein solcher Gurt kann aber auch selbst gebastelt werden, das ist preiswert und schnell gemacht:
http://www.ohjoysextoy.com/diystrapon/
 Sexualität und Trans*Sein, diese beiden Begriffe werden allerdings sehr oft entweder nicht behandelt oder es entsteht in den Köpfen der Menschen ein negativ fetischisiertes Bild von Trans*personen. Das muss sich ändern! Deshalb werde ich in einigen meiner nächsten Blogeinträgen über Trans* und Sex schreiben.

Hier noch ein kleiner Comic:
http://www.ohjoysextoy.com/pierre-packer/



Bei Ergänzungen und weiteren guten Ideen hierzu schreibt mich einfach an.


Ganz viel Liebe
Kai*

Mittwoch, 9. September 2015

Der neue Stonewallfilm: Ein Witz!

Der neue Stonewallfilm ist ein Witz!

Wie wohl schon breit rezipiert wurde spielt hier ein weißer Cis-Mann die Hauptwolle in einem Film über historische Ereignisse, die so nicht stattgefunden haben. Als Historiker_*in und Trans*person bestürzt mich der Film doppelt, da er nicht nur von und für weiße(n) Cis-Personen gemacht ist, sondern auch noch die Historie schamlos und mit schlecht eingebauten/ recherchierten oder ganz ausgelassenen Quellen verdreht. Es beschäftigen sich leider schon so wenige Menschen mit der Historie allgemein, geschweige denn mit kritischer Hinterfragung von Quellen, und noch weniger Menschen beschäftigen sich mit der Geschichte von Trans*personen, sodass Einige diesen Film wohlmöglich noch für bare Münze nehmen.

Wir haben deshalb einen Flyer entworfen, der versucht die historischen Ereignisse fundierter zu beschreiben. Er kann auf eigene Verantwortung hier heruntergeladen und verwendet werden:

http://politik.asta-eh-darmstadt.de/stonewall-was-a-riot/

Bei Korrekturideen oder Übersetzungsmöglichkeiten in noch andere Sprachen, bitte kontaktieren!


Forum für nibi trans* Menschis

Hey ihr Lieben,

ich hab hier mal ein rudimentäres Forum entworfen zum ausführlicheren Austauschfür für sich nicht männlich*/weiblich* identifizierende Personen:

http://nibitransich.xobor.de/

Vielleicht haben ja einige Menschis Lust darauf und wollen sich anmelden.

Ganz viel Liebe
Kai*

Dienstag, 8. September 2015

Namensänderung ohne Transsexuellengesetz

Leider kennt die deutsche Bürokratie noch keine anderen Geschlechtskategorien als "männlich" und "weiblich", deshalb werden diese Wörter im Folgenden öfter auftauchen. Ich habe notdürftig versucht das ganze Dilemma mit Anführungszeichen zu lösen.

Kurzer Überblick zur momentanen Situation
Eine Namensänderung ohne das TSG (Transsexuellengesetz; Link hier: http://www.gesetze-im-internet.de/tsg/) ist durchaus möglich.
Nach dem TSG ist für Trans*personen eine Namensänderung nur mit Gutachterpflicht möglich, also mit der Pflicht mindestens 2 voneinander unabhängige Gutachter_*innen zu besuchen, um nach dem TSG seinen Namen ändern lassen zu können. Es muss also quasi auch eine Therapie geben.

Aber!
Es kann theoretisch eine Namensänderung (nur diese) ohne TSG vorgenommen werden. Dazu gibt es schon mindestens 2 Beispiele von sich nicht männlich* oder weiblich* einordnenden Personen. Eine dieser Personen hat zu ihrer Antragsstellung eine Beschreibung verfasst, die ich hier in einem Link als PDF Dokument zum Download anbiete:
http://www.xup.in/dl,67103658/vornamensaenderung-info-1.pdf/

Für einen Antrag auf Namensänderung nach dem "Gesetz über die Änderung von Familiennamen und Vornamen" (http://www.gesetze-im-internet.de/nam_ndg/BJNR000090938.html) brauchst du:

1) Einen formlosen Antrag mit Begründung
2) Deine Geburtsurkunde
3) Ggf. Heiratsurkunde, wenn du verheiratet bist 
4) Eine Aufenthaltsbescheinigung der Meldestelle
5) Ein polizeiliches Führungszeugnis
6) Schreiben eine_*r Psycholog_*in (Zur Bestätigung des driftigen Grundes "psychischer Druck")

und natürlich gute Nerven, denn sowas kann schon anstrengend sein.

zu 1)
Dieser Antrag bedeutet, dass du verschiedene Nachweise erbringen musst.
Zum Beispiel musst du ein Schreiben von ein_*er Psycholog_*in haben, welches dir bescheinigt, dass dir dein Name psychisches Leiden verursacht (Siehe Punkt 6). Oder auch, dass du nicht unters TSG fällst und warum das so ist (siehe das PDF oben).
Außerdem musst du rechtfertigen, dass dein Name ein nicht eindeutig männlicher oder weiblicher (bzw. in Deutschland nicht nur als männlicher oder weiblicher Vorname gebräuchlicher) Name ist. Das kannst du z. B. mit berühmten Persönlichkeiten, Statistiken und anderen Nachweisen tun, beispielsweise:

Kai ist ein nicht eindeitig männlich oder weiblich zuordenbarer Name, da:
"Mindestens seit den 1960er Jahren Mädchen auch Kai genannt werden und der Name „Kai“ als Mädchenname in Skandinavien verbreitet ist." ("Diese Problematik mit der unterschiedlichen Namensführung in einem fremden Sprachkreis ist vergleichbar mit der Verwendung des Namens Andrea: Auch dieser in Deutschland für Mädchen gängige Vorname ist ohne Hinzufügen eines weiteren weiblichen Namens erlaubt. Weil Andrea in Italien als Jungenname gebräuchlich ist, kann der Name auch in Deutschland einem Jungen gegeben werden").
Als "weiblicher Vorname stellt Kai, Kaj, Kay, Kaie, Kaia, Cai, Cay entweder die nordische Kurzform von Katharina („die Reine“) dar oder ist abgeleitet vom lateinischen Namen Cajetana („eine aus der Stadt Gaeta/Caieta“), möglicherweise auch von Gaius/Cajus." "Der weibliche Name Kai ist in anderen Sprachen eine Kurzform der Namen Kylie und Katharina."
Auch die Tochter des Geschäftsmanns und Reality TV-Stars Donald Trump Jr. wurde 2007 Kai Madison Trump genannt.
Hinzuzufügen ist, dass Kai bis bis zum Urteil des BVerfG (siehe unten) noch als Doppelname gegeben werden musste. Das Urteil erlaubt nicht eindeutlich "männliche" oder "weibliche" Vornamen ohne Zweitnamen), was  für eine nicht eindeutige Zuordnung des Namens zum "männlichen" oder "weiblichen" Geschlecht spricht (z. B. Kai Lisa). Dass der Name in Deutschland, wie der_*die Beamt_*in des Rechtsamts der Stadt ....... behauptete als "Jungenname" gilt, bedeutet nach den Nachweisen also nicht, dass er nicht auch als "Mädchenname" gebräuchlich ist.

Quellen (es wurden Quellen verwendet die für die Allgemeinheit relativ zugänglich sind und so die Wahrnehmung des Namen Kai in der deutschen Gesellschaft prägen):
http://www.beliebte-vornamen.de/4998-kai.htm
http://www.vorname.com/name,Kai.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Kai_%28Vorname%29
http://nonbinary.org/wiki/Names

Kai taucht hier als "Mädchen-" und "Jungenname" in den "männlichen" und "weiblichen" Datensätzen auf, sowohl als Name im Altdeutschen wie im Deutschen:
http://www.familienbande24.de/vornamen/laender/altdeutsche,vornamen/
http://www.familienbande24.de/vornamen/laender/deutsche,vornamen/

Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zu nicht-binärer Namensgebung
Zur Unterstützung deines Antrags kannst du den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 05. Dezember 2008  (1 BvR 576/07) in deinen Antrag einbeziehen.
Hier ein Link dazu: https://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rk20081205_1bvr057607.html

Dabei ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass eine Namensänderung in einen nicht eindeutig "männlich" oder "weiblich" einordenbaren Namen ohne eindeutigen Zweitnamen gegeben sein muss, da sonst eine ungerechtfertigte Diskriminierung stattfände. Nach dem Beschluss des BVerfG dürften Eltern ihren Kindern einen nicht eindeutig "männlichen" oder "weiblichen" Namen ohne Zweitnamen geben.  Dürften andere Menschen einen solchen Namen nicht alleine tragen/ bzw. ihren Namen nicht in einen sochen Namen umändern lassen, wäre dies eine ungerechtfertigte Diskriminierung, da so einige Menschen einen Nicht-binären Namen alleine tragen dürften und Andere nicht.

Kurz als Vorwarnung und Tipp wenn du zum Amt gehst

Es kann gut passieren, dass da eine Person vor dir sitzt, die keine Ahnung hat, was gut sein kann, da die leider für das Thema nicht-binäre Geschlechtsidentitäten meist ungeschult sind:
 Du darfst immer eine Person mit aufs Amt nehmen, die dann auch mit dir in das Büro der_*des Sacharbeiter_*in mit rein darf für die nötige Unterstützung.

Falls es noch Ergänzungen/ Änderungen hierzu gibt: nur her damit ;)!

Ich wünsche allen die es versuchen wollen ganz viel Glück dabei!

Ganz viel Liebe
Kai*

Sonntag, 28. Juni 2015

Abbinden, Binder, Risiken, Tipps

Hallo ihr Lieben <3

Abbinden kann Disphorie (das bedeutet wenn mensch sich nicht wohlfühlt mit dem Körper, zum Beispiel mit den Brüsten) minimieren, sollte aber unbedingt mit Bedacht getan werden!
Es ist nicht ratsam länger als 6-8 Stunden pro Tag abzubinden.

Risiken
Auf keinen Fall sollte mit Klebeband oder medizinischen Bandagen abgebunden werden. Das Klebeband kann schlimme Hautschäden hinterlassen und beispielsweise durch die Vermischung mit Schweiß schmerzende Blasen verursachen. Bandagen können, durch die Unregelmäßigkeit von Druck und durch Einschneiden das Atmen erschweren, es kann sich Flüssigkeit in der Lunge bilden und Rippen können stark beeinträchtigt werden. Permanente Narben oder andere Verletzungen können entstehen.
 
Auf diesem Bild ist zu sehen, wie unregelmäßig Abbinden auch schon mit wenig Oberweite ist. Mittig und oben schneidet die Bandage so ein, sodass durchaus Schäden daraus resultieren können!
Bitte also nicht machen!



Zu enge Sport-BHs eignen sich ebenfalls nicht gut zum Abbinden. Sie schneiden ein, machen das Atmen schwer und die untere engere Kante lässt das Ergebnis eher aussehen als hätte mensch eine kleinere Brust, als dass der BH flach machen würde.

Wie sonst?
Ein Binder ist ein ähnlich wie ein Tanktop geschnittenes Kleidungsstück zum Zweck des Abbindens der Brust, dessen Länge variieren kann. Meist endet es entweder etwas unterhalb der Brust oder hat die Länge eines Tanktops. Die Vorderseite ist meistens mehrlagig und die Hinterseite hat meist eine Lage. Mit einem Binder abzubinden ist die Art und Weise, die, abgesehen von möglichen persönlichen krankheitsbedingten Voraussetzungen, am risikofreisten erscheint. Dabei möchte ich aber nicht sagen, dass sie frei von Risiken ist! Ein Binder sollte nicht länger als 6-8 Stunden pro Tag getragen werden, wobei es ratsam ist sich in der Woche auch Tage zu nehmen, in denen mensch den Binder gar nicht trägt. Abbinden über einen längeren Zeitraum kann zu "sagging" führen, was so viel bedeutet wie, dass eine Hängebrust entsteht. (Der abgebildete Binder stammt von der Firma Underworks)

Häufige Frage:
Kann Abbinden die Resultate einer möglichen Mastektomie (OP bei der die Brust abgenommen wird) negativ beeinflussen? „Gewöhnlich nicht. Abbinden über einen langen Zeitraum kann aber die natürliche Elastizität der Haut beeinflussen, was geringen Einfluss auf das Resultat einer Mastektomie haben kann.“ – Dr. Scott Mosser (http://transguys.com/features/chest-binding)

Die richtige Größe
Nehmt euch viel Zeit die richtige Bindergröße herauszufinden. Ein zu kleiner Binder kann ähnliche Verletzungen wie z. B. Bandagen hervorrufen. Viele Binderfirmen erklären auf ihren Websites, wie mensch die Größe messen kann. Normalerweise benötigt mensch dazu ein Maßband (Es ist auch möglich einfach eine breite Schnur zu nehmen und diese dann danach abzumessen, z.B. mit einem Lineal oder Klapplineal, das Abmessen der Schnur sollte mensch dann aber mindestens 1x wiederholen, damit keine Fehler auftreten).



Binder aus Deutschland
Transtoys: Bei Transtoys gibt es verschiedene Binder zu kaufen, dazu kann ich allerdings nicht besonders viel sagen, da meine Binder nicht von dort sind (http://www.transtoy.de/)

Binder aus Amerika
Vorsicht, bei allen Bestellungen aus Amerika oder anderen Nicht-EU-Ländern kommen meistens nochmal Zollkosten dazu und ihr solltet euch darauf gefasst machen, dass ihr beim Zoll erscheinen und die Binder vor den Augen von Zollbeamten auspacken müsst. Dann müsst ihr meist auch erklären was das ist, aber mit „Das ist ein Kleidungsstück“ dürfte es gehen ohne einen Seelenstrip hinlegen zu müssen. Natürlich könnt ihr auch versuchen den Zollbeamten zu erklären, dass es ein medizinisches Produkt ist (was möglicherweise Zollkosten sparen kann). Das führt dann aber höchstwahrscheinlich zum Seelenstrip.

gc2b: gc2b ist ein relativ junges Unternehmen, dass Binder, entwickelt von Trans*personen für Trans*personen, verkauft. Das bedeutet auch, dass die Binder speziell auf Trans*personen zugeschnitten sind. Meinen Erfahrungen nach kann mensch darin besser atmen als zum Beispiel in Underworks-Bindern und sie sind auch bequemer. Auf Youtube explodieren die guten Bewertungen zu diesen Bindern. (http://www.gc2b.co/)

Underworks: Underworks stellt Binder für Cis-Männer her, die eine flachere Brust wünschen. Deshalb kann es gut sein, dass diese Binder nicht so gut passen, wie die von gc2b, die ja speziell für Trans*personen hergestellt sind. Dennoch binden sie gut ab (http://www.underworks.com/tri-top-chest-binder). Es gibt auch eine FTM Seite von Underworks, dort gibt es auch Schwimmsachen (http://www.f2mbinders.com/).

Es gibt noch dutzende andere Binderfirmen. Hier sind nur die aufgeführt, die, soweit ich das weiß, gelobt werden.

Wenn mensch sich einen Binder nicht leisten kann
Es gibt noch andere Möglichkeiten an einen Binder zu kommen, zum Beispiel, wenn ihr in eurer Umgebung einen queeren Verein/ eine Trans*gruppe habt (siehe vorheriger Eintrag unten). Manchmal gibt es dort Trans*personen, die ihre Mastektomie hatten und noch Binder übrig haben, diese evtl. sogar verschenken oder für wenig Geld abgeben. Ansonsten gibt es noch Tauschbörsen, wie diese: http://transtauschboerse.tumblr.com/ auf denen Trans*menschen Kleiung und evtl. auch Binder tauschen können.

Binder Anziehen
Es gibt verschiedene Arten einen Binder anzuziehen. Schaut welche für euch am Besten passt. Ihr könnt zuerst den Kopf und einen Arm und dann erst den anderen Arm durch den Binder stecken oder auch zuerst beide Arme und bevor ihr dann den Kopf durchsteckt sollte der Binder möglichst nah an den Schultern sein. Wichtig ist, die Unterkante des Stoffs festzuhalten, damit sie sich nicht nach innen rollt. Dann kann mensch den Binder nach unten ziehen, wobei darauf geachtet werden muss, dass keine Falten im Stoff entstehen und der Binder anliegt, ohne dass  z. B. die Unterkante eingeklappt ist. 
Hier ein Video: https://www.youtube.com/watch?v=MocEd0txBHk

Ihr könnt den Binder aber auch von untern anziehen (bei gc2b funktioniert das wegen dem unflexiblen Ausschnitt allerdings nicht). Dabei schlüpft ihr mit den Beinen zuerst in die große Öffnung für den Torso und dann erst in das Ausschnittloch, zieht den Binder bis über euren Nabel (bei kurzen Bindern) oder bis zu den Hüften (bei längeren Bindern) und klappt ihn dann nach oben, sodass ihr mit den Armein reinschlüpfen könnt. Zieht in dann nochmal zurecht, sodass keine Falten entstehen. Bei dieser Methode muss natürlich die Innennaht zuerst außen sein.
Hier ein Beispielvideo: https://www.youtube.com/watch?v=ZknAJRkPxPg

Binder Ausziehen:
Ihr könnt den Binder genauso nach unten wieder ausziehen, also zuerst die Arme raus, dann den Binder nach unten klappen und an den Beinen herunterziehen.


Die zweite Methode ist, ihn über den Kopf auszuziehen, am besten indem ihr eure Arme überkreuzt, ihn an der unteren Kante festhaltet und ihn dann nach oben über den Kopf zieht, sodass er sich auf Links dreht.

Ganz viel Liebe
KAl*